Viele Familien mit Demenzerkrankten sorgen sich um ihre Angehörigen, die in Pflegeheimen betreut werden.
„Die steigende Zahl der Todesfälle und der COVID-19-Infektionen unter den Bewohnern nordrheinwestfälischer Pflegeeinrichtungen beunruhigt uns sehr. Und auch dass schon mehr als 100 Pflegeheime positive getestete Beschäftigte gemeldet haben, muss uns angesichts der weithin fehlenden Schutzausrüstung alarmieren“, sagte Regina Schmidt-Zadel am Mittwoch in ihrem Kölner Home Office.
Die Vorsitzende des Landesverbandes der Alzheimer Gesellschaften Nordrhein-Westfalen e.V. forderte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann auf, dafür Sorge zu tragen, dass die besonders gefährdeten alten Menschen in den Einrichtungen und die Pflegekräfte dort besser geschützt werden. „Vor allem die sorgsame Hygiene und das Tragen von Schutzkleidung muss den Pflegeheimen möglich gemacht werden – und übrigens genauso den ambulanten Diensten und den Angehörigen, die zuhause pflegen“, so Regina Schmidt-Zadel.
„Eine gute Hygiene und ausreichend Schutzkleidung würden auch die in manchen Heimen sehr weitgehende Isolierung der alten Menschen zu ihrem eigenen Schutz ein Stück weit überflüssig machen. Wir schließen uns hier der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen an, die soeben empfohlen hat, die Absonderung der alten Menschen wann immer möglich durch mildere Maßnahmen zu ersetzen, zumal gerade Menschen mit einer Demenzerkrankung nicht verstehen können, warum sie ihre Mitbewohner und die Angehörigen nicht mehr treffen dürfen. Hier könnte der Einsatz digitaler Kommunikationsmittel die Härten mildern.“
Ein weiteres, angesichts des Mangels an Pflegekräften gravierendes Problem ist, dass infolge des an sich richtigen Besuchsverbots oft niemand mehr da ist, der die im Heim Gepflegten individuell anspricht und dafür sorgt, dass sie genug Flüssigkeit und Essen zu sich nehmen. In der Pandemie sind zudem die regelmäßigen Qualitätsprüfungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen bis Ende Mai ausgesetzt. Dies geschieht, um die Pflegekräfte zu entlasten.
„Die Coronakrise macht deutlich, woran es in der Pflege auch vorher schon gefehlt hat. Jetzt gilt es mit allen Mitteln gegenzusteuern“, fasste Regina Schmidt-Zadel die Position von Alzheimer NRW zusammen.
