Opens in a new tab
Leichte Sprache

Alzheimer NRW

Landesverband der Alzheimer
Gesellschaften Nordrhein-Westfalen e. V.

Jetzt Spenden

Alzheimer NRW

Landesverband der Alzheimer
Gesellschaften Nordrhein-Westfalen e. V.

Jetzt spenden
24. September 2022

24.09.22, Pressemeldung Regionaltagung: “Kreativität gefragt – In der Technischen Unterstützung von Menschen mit Demenz ist noch vieles möglich und wünschenswert”

Pressemitteilung

Düsseldorf, 26.09.2022. Wie können Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen im Alltag von Technik profitieren? Auf der Regionaltagung des Landesverbandes der Alzheimer Gesellschaften NRW am vergangenen Samstag in Düsseldorf lernten Interessierte aus den Mitgliedsverbänden sowie aus Pflege und Wissenschaft Möglichkeiten kennen, wie technische Lösungen das Leben mit Demenz einfacher, sicherer und reicher machen können. Die Veranstaltung am Ende der Woche der Demenz wurde deren Motto „Demenz – verbunden bleiben“ in besonderer Weise gerecht. „Unsere Regionaltagung zum Thema >Technikunterstütztes Leben mit Demenz< hat gezeigt, dass Mittel wie GPS und Apps, aber auch Fenster- und Türsensoren, mobile Sessel und Herdabschaltungen schon jetzt in guter Qualität verfügbar und dazu beitragen können, die Selbstständigkeit der Betroffenen zu erhalten und Pflegende zu entlasten. Dies setzt voraus, dass sie an die Bedürfnisse der Menschen mit Demenz angepasst und alltagstauglich sind“, erklärt der Vorsitzende von Alzheimer NRW, Dr. Peter Pick. „Wir haben aber auch eine Ahnung davon bekommen, was noch alles möglich und wünschenswert sein kann und setzen darauf, dass der in Gang gesetzte Austausch zwischen Betroffenen und Pflegenden auf der einen Seite und Forschenden sowie Anbietern auf der anderen Seite noch intensiviert wird.“ Auf der Regionaltagung war u.a. die kostenlose Tablet-App „Golden Memories“ vorgestellt worden, ein Fotospiel, das mit eigenen Aufnahmen bestückt werden kann und dazu einlädt, Erinnerungen zu beleben und zu teilen. Ein Mitarbeiter der Deutschen Alzheimer Gesellschaft hatte den cloudbasierten Sprachdienst „Alexa“ kritisch gewürdigt; an Ständen konnten Besucherinnen und Besucher die Tablet-App „Tante Laura“ sowie einen vernetzten Gehstock, einen GPS-Tracker mit Alarmfunktion und eine einfach zu bedienende Herdüberwachung kennenlernen. Ein berufstätiger Angehöriger schilderte seine Bemühungen, seinen Vater auch aus der Distanz und per Laptop dabei zu unterstützen, ein aktives Leben zu führen und dabei wichtige Abläufe und Informationen gegenwärtig zu haben. Deutlich wurde hier, wie auch bei anderen auf der Tagung vorgestellten Technik-Lösungen, wie herausfordernd es ist, auch Menschen in der fortgeschrittenen Demenz zum Umgang zu ermächtigen. In dem von der EU geförderte Projekt „Certification D“ testen Forschende zusammen mit Betroffenen und ihren Angehörigen technische Vorrichtungen, Assistenzsysteme sowie unterstützende Netzwerke und Dienstleistungen auf ihren tatsächlichen Nutzen für die Zielgruppe und geben auch kritische Rückmeldungen an die Entwickler und anbietenden

Unternehmen. Geeignete Unterstützungsmittel werden zertifiziert, um Menschen mit Demenz sowie ihren Angehörigen Orientierung und Entscheidungshilfen bei der Anschaffung zu geben. Darüber hinaus soll aber auch erreicht werden, dass Pflegekassen die zertifizierten Produkte finanzieren. Der Landesgeschäftsführer der BARMER in NRW, Heiner Beckmann betonte, dass der Katalog der von den Kranken- und Pflegekassen finanzierten Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel stetig überarbeitet und ergänzt wird. Aktuell fördern die Pflegekassen von den technischen Hilfsmitteln beispielsweise Hausnotrufe. „Wir sind sehr dankbar für all die engagierten Menschen, die ihre Ideen in den Dienst eines auch technisch unterstützten Alltags mit Demenz stellen“, sagte der Alzheimer NRW-Vorsitzende Peter Pick nach der Veranstaltung. „Der Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW wird seinerseits das Wissen über geeignete technische Lösungen in Beratung und Schulungen an Interessierte weiterzugeben.“ Einigkeit bestand auf der Tagung, dass technische Hilfen eine wichtige Ergänzung sind, aber die persönlichen Hilfen durch die Pflegenden nicht ersetzen kann.

FAQs

Für Menschen mit Demenz ist die verbleibende, altersübliche Lebenserwartung verkürzt. Eine verbindliche Angabe für die Lebenserwartung mit ausgebrochener Alzheimer-Demenz ist nicht möglich. Zwei Drittel aller Erkrankten haben bereits das 80. Lebensjahr vollendet. Fast 70 % der Erkrankten sind Frauen. Europäische Studien fanden eine mittlere Krankheitsdauer von 3-6 Jahren. Die Dauer kann jedoch stark schwanken. In einigen Fällen wurden Überlebenszeiten von 20 und mehr Jahren berichtet. Im Einzelfall lässt sich die Krankheitsdauer nicht mit hoher Zuverlässigkeit vorhersagen. Allgemein gilt, dass die Überlebenszeit umso geringer ist, je später im Leben die Erkrankung eintritt, je schwerer die Symptome sind und je mehr körperliche Begleiterscheinungen bestehen. So bedroht der Verlust an Nervenzellen im Gehirn das Leben nicht direkt. Doch begünstigt der Verlauf bei fortgeschrittener Demenz Folgeerkrankungen, z.B. eine höhere Anfälligkeit für schwere Infektionen. Nicht wenige Menschen mit Demenz sterben an einer Lungenentzündung.

Eine sorgfältige Diagnose zur Feststellung einer Alzheimer Krankheit und zum Ausschluss anderer Erkrankungen umfasst die gründliche Untersuchung des körperlichen und geistigen Zustandes. Es werden psychologische Testverfahren durchgeführt zur Prüfung von Gedächtnis, Denkvermögen, Sprache und Wahrnehmungsfähigkeit. Es werden Laborbestimmungen vorgenommen sowie bildgebende Verfahren (CT oder MRT) eingesetzt. Besonders wichtig ist das Gespräch mit Betroffenen und Angehörigen (Anamnese). Die Diagnose kann von erfahrenen Ärzten bzw. Fachärzten für Neurologie und Psychiatrie gestellt werden. Gedächtnisambulanzen (auch „Gedächtnissprechstunden“ oder „Memory Kliniken“ genannt) sind spezialisierte Einrichtungen zur Diagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen.

Es gibt bislang keinen Schutz davor, an Demenz vom Typ Alzheimer zu erkranken. Aber es gibt einige Faktoren, die das Erkrankungsrisiko – wie für andere Erkrankungen auch – verringern können. Dazu gehört eine körperlich und psychisch gesunde Lebensweise: – Geistige, körperliche und soziale Aktivität, – ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, reich an Vitamin C, E und Beta-Carotin – Fett- und cholesterinarme Ernährung, möglichst ungesättigte Fettsäuren – die Behandlung von Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Diabetes Mellitus – Vermeidung von Übergewicht – Vermeidung von regelmäßigem Konsum von Genussgiften, die nachweislich die Gefäße verengen (z.B. Nikotin, Alkohol)

Es ist zurzeit noch nicht möglich, eine Demenz, die durch die Alzheimer-Krankheit ausgelöst wird, zu heilen. Das Absterben der Hirnzellen kann mit den bestehenden medizinischen Möglichkeiten nicht verhindert werden. Es besteht aber die Möglichkeit, auf den Krankheitsverlauf einzuwirken und das Fortschreiten der Symptome vorübergehend hinauszuzögern. Medikamente, sogenannte Antidementiva, können die geistige Leistungsfähigkeit ungefähr ein Jahr aufrechterhalten und sich positiv auf die Bewältigung des Alltags auswirken. Therapeutische Maßnahmen, wie Ergotherapie, Logotherapie (Sprachtherapie) und Krankengymnastik (vom Arzt verordnet) können die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen verbessern und Verhaltensstörungen lindern. Hilfreich können Musik- und Kunsttherapie, Verhaltenstherapie, Selbst-Erhaltungs-Therapie oder Erinnerungstherapie sein. Die Persönlichkeit und individuellen Besonderheiten der Erkrankten sollten dabei stets berücksichtigt werden. Medikamentös und therapeutisch behandelte Menschen mit Demenz vom Alzheimer Typ können ihre Ressourcen länger erhalten, als unbehandelte Patienten. Menschliche Zuwendung, Aktivierung und Beschäftigung, ein angemessener Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten sowie eine demenzgerechte Gestaltung der Umwelt („Milieutherapie“) sind für Menschen mit Demenz von besonderer Bedeutung.

In 90 % der Alzheimer-Fälle wirken unterschiedliche Faktoren bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit zusammen: erbliche Faktoren, Alterungsprozesse des Gehirns, Vorerkrankungen des Gehirns und Umwelteinflüsse. Der wichtigste Risikofaktor für das Auftreten einer „sporadischen“ Alzheimer-Krankheit ist das hohe Lebensalter (ca. 65-80 Jahre). Das Risiko für eine Demenz vom Alzheimer Typ erhöht sich mit zunehmendem Lebensalter. Es gibt auch Gene, die das Auftreten der Alzheimer-Krankheit begünstigen, jedoch allein als Ursache nicht ausreichen. Bei ungefähr 30 % aller Alzheimer-Patienten finden sich weitere Betroffene in der engeren Verwandtschaft. Weniger als 2 % aller Fälle von Alzheimer-Krankheit werden dominant vererbt. In diesen seltenen „familiären“ Fällen der Alzheimer-Krankheit reicht die Veränderung (Mutation) eines einzigen Gens für die Entstehung der Krankheit aus. Bisher sind drei Gene bekannt, die bei dominant vererbten Formen der Alzheimer-Krankheit mutiert sein können: Präsenilin 1 und Präsenilin 2 auf den Chromosomen 14 bzw. 1 sowie das auf Chromosom 21 gelegene Gen für das Amyloid-Vorläufer-Molekül (APP). Menschen mit Mutationen in einem dieser drei Gene erkranken in der Regel unter 60 Jahren.

Mit dem Oberbegriff „Demenz“ wird ein Muster von Symptomen („Syndrom“) beschrieben. Einer „Demenz“ können unterschiedliche Krankheitsursachen zugrunde liegen.
Die häufigste Ursache von „Demenz“ ist die Alzheimer Krankheit, die nach dem Psychiater Alois Alzheimer benannt wurde. Rund 60 % aller Demenzen werden durch die Alzheimer Krankheit hervorgerufen.
Die Alzheimer Krankheit ist eine hirnorganische Erkrankung. Sie führt dazu, dass in bestimmten Bereichen des Gehirns allmählich und fortschreitend Nervenzellen und Nervenzellkontakte zugrunde gehen. Dadurch werden die geistigen Fähigkeiten des Erkrankten, seine Möglichkeiten zur Kommunikation und Erinnerung beeinflusst. Im fortschreitenden Krankheitsverlauf können Phasen der Stabilität im Wechsel mit Perioden der Verschlechterung auftreten. Im Endstadium der Krankheit sind Menschen mit Demenz oft vollständig auf fremde Hilfe angewiesen.

Der Begriff “Demenz” leitet sich vom lateinischen ab: “de-mens” (de = “weg von”, mens = “geist”) Die medizinische Verwendung des Begriffs unterscheidet sich von der Übersetzung des Begriffs aus dem Lateinischen. In der Medizin wird „Demenz“ bezeichnet als ein andauernder oder fortschreitender Zustand, bei dem die Fähigkeiten des Gedächtnisses, des Denkens und/ oder anderer Leistungsbereiche des Gehirns beeinträchtigt sind. Oft kommt es auch zu Veränderungen des zwischenmenschlichen Verhaltens und des Antriebs.
Mit dem Begriff „Demenz“ wird ein Muster von Krankheitszeichen („Syndrom“) beschrieben. Einer „Demenz“ können unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen, wie die Alzheimer Krankheit.

Weitere Beiträge des Landesverbandes

Neuigkeiten, Pressemeldungen und Berichte rund um Demenz und Pflege in Nordrhein-Westfalen.

Aktuelles
Alle Beiträge
  • 21.09.2026, PM Neue Fachstelle Junge Demenz beim Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e.V.

    Neue Fachstelle Junge Demenz beim Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e.V.Der Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW…

  • 21.09.2026, PM: Neue Fachstelle Junge Demenz beim Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e.V.

    Betroffene stärken, Kompetenzen bündeln, Netzwerke verbinden: Der Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e. V. schafft eine…

  • Andere Demenzformen

    Die Alzheimer- Krankheit ist mit 60-70% aller Fälle die häufigste Erkrankung. Daneben sind vaskuläre (gefäßbedingte) Demenzen,…

    Alzheimer NRW Start
  • Tag der pflegenden Angehörigen 08.09.2026

    Pflege ist keine Aufgabe, die man allein tragen sollteAm 8. September ist Tag der pflegenden An-…

  • Welt-Alzheimertag und Woche der Demenz vom 21.09. bis 27.09.2026

    Demenz- (k)eine Frage des AltersWeltalzheimertag 2026

  • Nachlese Symposium 2026 am 02.07.2026 im Landtag NRW

    Pflegereform: Wie können Beratung und Begleitung künftig gestaltet werden?Nachlese Symposium 2026 pdf

  • LPK 02.07.2026, PM: Alzheimer NRW kritisiert die Pflegereform als sozial unausgewogen

    Düsseldorf, 02.07.2026„Die in der Pflegereform geplanten Leistungskürzungen und -begrenzungen sind sozial unausgewogen. Sie werden dazu führen,…

  • 18.06.2026: Alzheimer Gesellschaft NRW beklagt Sparen auf Kosten der Menschen mit Demenz

    Alzheimer NRW beklagt Sparen auf Kosten der Menschen mit DemenzDüsseldorf, 18.06.2026„Die von der Bundesregierung geplante Pflegereform…

  • Woche der Demenz vom 23. bis 28. März 2026, Stadt Goch

    Die Stadt Goch lädt zu einer „Woche der Demenz“ vom 23. bis 28. März 2026 ein.…