Düsseldorf, 14. Oktober 2021. Im Kontext des Deutschen Pflegetags wurde wieder einmal – zu Recht – die Dringlichkeit betont, mit der jetzt und noch nachdrücklicher dem Pflegenotstand begegnet werden muss. Der Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW unterstützt die Forderungen nach besseren Rahmenbedingungen für die Tätigkeit beruflich Pflegender. Gerade auch, weil die Zahl pflegebedürftiger Menschen schon in den nächsten Jahren stark steigen wird, können Maßnahmen wie die bessere Bezahlung, das Zugestehen erweiterter Kompetenzen für Pflegekräfte und die Festlegung besserer Personalschlüssel gar nicht schnell genug verwirklicht werden
Zugleich gilt es endlich die große Zahl der Menschen zu entlasten, die ihre pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause betreuen – weil diese es sich wünschen, aber auch, weil viele Familien sich die Kosten für ein Pflegeheim schlicht nicht leisten können.
„Auch und gerade angesichts fehlender Pflegekräfte muss alles darangesetzt werden, die wenigen Gestaltungsräume, die häuslich Pflegende haben, zu erweitern“, verlangt Regina Schmidt-Zadel, Vorsitzende von Alzheimer NRW. „So erwarten wir von der nächsten Bundesregierung, dass sie den Eigenanteil für die stationäre Pflege spürbar begrenzt und zugleich die Leistungen der Pflegekasse für die häusliche Pflege flexibilisiert, damit sich betroffene Familien passgenaue Hilfen organisieren können.“
Wer z.B. keine Tages- oder Nachtpflegeplätze in der Nähe findet oder diese für nicht passend erachtet, muss die Mittel für eine andere Hilfeform einsetzen können. Wer sich für die legale Beschäftigung osteuropäischer Betreuungskräfte entscheidet, muss man dafür mehr Leistungen als nur das Pflegegeld und evtl. noch die Mittel für Verhinderungspflege einsetzen können.
Parallel muss aber auch der Ausbau der Tages- und Kurzzeitpflegeplätze vorangetrieben werden, bis es flächendeckend genug Angebote gibt. Und die ungeheure Leistung pflegender Angehöriger muss anerkannt werden.
„Immer noch geraten Menschen in finanzielle Nöte, weil sie ihre Berufstätigkeit für die häusliche Pflege einschränken oder gar aufgeben müssen. Das ist beschämend in einem nach wie vor reichen Land wie unserem“, mahnt die langjährige Gesundheitspolitikerin Regina Schmidt-Zadel. „Pflegende Angehörige müssen finanziell abgesichert werden. Berufstätige Angehörige brauchen mindestens eine Lohnersatzleistung analog zum Elterngeld. Dafür müssen in der jetzt anstehenden Legislaturperiode die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden.“
