Düsseldorf, 05. Januar 2021. Während Pflegebedürftige und Pflegekräfte in den Pflegeheimen nach und nach gegen das Coronavirus geimpft werden, sind die ebenso verletzlichen Menschen in der häuslichen Pflege mit großer Unsicherheit konfrontiert. Noch scheint es unklar zu sein, wie insbesondere diejenigen, die nicht in die Impfzentren kommen können, mit dem Impfstoff versorgt werden sollen.
„Wir brauchen jetzt klare Informationen“, verlangt Regina Schmidt-Zadel, Vorsitzende des Landesverbandes der Alzheimer Gesellschaften NRW. „Ist es tatsächlich nicht möglich, den Impfstoff von Biontech/Pfizer durch mobile Teams zu den gebrechlichen Menschen nach Hause zu bringen? Wann ist dann ggf. mit einer Zulassung der anderen Impfstoffe zu rechnen, die besser zu transportieren sind? Und wie kann damit dann schnellstmöglich die Immunisierung der Risikogruppe erreicht werden?“
Im Moment sehe es so aus, als müssten die Menschen, die zu Hause gepflegt werden, am Ende länger auf eine Impfung warten als weniger priorisierte Gruppen, bemängelt die ehemalige Bundestagsabgeordnete. „Das wäre Ausdruck eines massiven politischen Versagens und kann nicht hingenommen werden.“
Alzheimer NRW hat auch bereits vor Wochen darauf gedrungen, die häuslich Pflegenden genauso wie die professionellen Pflegekräfte mit höchster Priorität zu impfen. „Sie gehören bekanntlich dem >größten Pflegedienst< der Nation an. Wenn sie erkranken, ist die häusliche Pflege in den allermeisten Fällen nicht mehr gewährleistet“, betont die Vorsitzende, Regina Schmidt-Zadel. „Die Pflegebedürftigen müssten dann noch zusätzlich in den ohnehin stark beanspruchten Pflegeheimen und Krankenhäusern versorgt werden. Das wäre nicht nur für die Betroffenen, insbesondere solche mit einer Demenz, eine Katastrophe. Das kann auch aus Kapazitätsgründen niemand wollen.“
