Pflegende Angehörige von Demenzerkrankten finden in NRW nicht die Unterstützung, die ihnen gesetzlich zusteht. Zum Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai hat die Vorsitzende des Landesverbandes der Alzheimergesellschaften Nordrhein-Westfalen, Regina Schmidt-Zadel, darauf hingewiesen, dass die Pflegeinfrastruktur in NRW immer noch unzureichend ist. Vielerorts fänden pflegende Angehörige z.B. nur unter größten Schwierigkeiten einen Kurzzeitpflegeplatz.
Sogar professionelle Helfer tun sich bei der Suche schwer. Drei Tage telefonierte ein Mitarbeiter der Alexianer Krefeld herum, ehe er einen Kurzzeitpflegeplatz für einen Patienten im Großraum Krefeld gefunden hatte. Nur einer von 25 in Frage kommenden Einrichtungen sah sich Monate im Voraus dazu in der Lage, eine Zusage für die 23 benötigten Tage abzugeben. In Düsseldorf musste die Tochter einer demenzerkrankten Mutter ihren mit Ehemann und Kollegen abgestimmten Urlaub verschieben, weil sie neun Monate vor dem fraglichen Zeitraum keinen Kurzzeitpflegeplatz fand.
Das IGES-Institut in Berlin hatte im vergangenen Jahr mit einer Studie ermittelt, dass nur 15 von insgesamt 53 Kreisen oder kreisfreien Städten in NRW ein ausreichendes Angebot an Kurzzeitpflegeplätzen vorhalten. Überdies steige die Zahl der benötigten Plätze pro Jahr um gut sechs Prozent.
Zugesagte Hilfe kommt nicht an Pflegende Familienmitglieder sind in der Regel stark auf Unterstützung und Entlastung angewiesen. Denn die häusliche Pflege schlägt sich sowohl körperlich wie auch seelisch nieder. Besteht eine solche Belastung auf die Dauer, kann sie zu Depressionen und weiteren psychischen Erkrankungen führen. So unterstützen die Pflegekassen pro Jahr denn auch maximal vier Wochen sogenannte Verhinderungspflege – wenn die Pflegeperson krank wird, einen Urlaub oder eine Reha braucht – und noch einmal maximal vier Wochen Kurzzeitpflege. Schlimm, wenn diese notwendige Entlastung an fehlenden Pflegeplätzen scheitert.
„Wir brauchen dringend weitere Bemühungen der Landespolitik und der Pflegekassen, die Heime zu einer Aufstockung ihrer festen Kurzzeitpflegeplätze zu bewegen“, sagte Regina Schmidt-Zadel in Düsseldorf. „Die Situation der Angehörigen ist ja schon dadurch angespannt, dass sie wegen des fehlenden Pflegepersonals häufig auch keinen ambulanten Pflegedienst finden, der sie bei der häuslichen Betreuung ihrer Demenzkranken unterstützt. Auch hier werden weitere Initiativen der Politik nötig sein.“
