Mit dem Plan, im Zuge einer neuen Pflegereform die Zuzahlung von Heimbewohnern zu den Pflegekosten zu begrenzen, ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ein gravierendes soziales Problem angegangen. „Wir warten schon lange darauf, dass die pflegebedürftigen Menschen finanziell entlastet werden“, sagt Regina Schmidt-Zadel, die Vorsitzende von Alzheimer NRW. „Allerdings hoffen wir immer noch auf einen größeren Wurf. Denn zu den Pflegekosten, deren Eigenanteile Minister Spahn auf monatlich 700 Euro begrenzen möchte, kommen ja noch die regelmäßigen Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen der Heime.“
Erst kürzlich hatte der Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW darauf hingewiesen, dass die Kosten für die stationäre Pflege in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind und in Nordrhein-Westfalen besonders hoch ausfallen. 2405 Euro müssen Heimbewohner hier im Schnitt jeden Monat zusätzlich zu den Leistungen ihrer Pflegekasse aufbringen, 818 Euro davon für die Pflege, die restlichen 1.587 Euro für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten. „Viele können das weder von ihrer Rente noch aus ihrem Angesparten bezahlen und werden im Heim zu Sozialhilfeempfängern,“ bemängelt Regina Schmidt-Zadel. „Das belastet auch die Kommunen. Deswegen setzen wir uns für eine Pflegeversicherung ein, die diesen Namen auch verdient und alle pflegebedingten Kosten abdeckt.“
Spahns Vorschlag, die Pflegekassen sollten künftig nur mit solchen Pflegeheimen Verträge eingehen, die ihren Pflegekräften mindestens Tariflohn zahlen, bezeichnet die langjährige Gesundheitspolitikerin als begrüßenswert, aber auch überfällig. „Es ist im Grunde beschämend, dass dies nicht schon längst Standard ist.“
