Betroffene stärken, Kompetenzen bündeln, Netzwerke verbinden: Der Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e. V. schafft eine zentrale Anlauf- und Vernetzungsstelle für junge Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen.
Düsseldorf, 21.09.2026 – Der Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e. V. bündelt seine mehrjährige Erfahrung im Themenfeld Junge Demenz und richtet die Fachstelle Junge Demenz ein. Sie soll künftig Anlaufstelle für junge Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen sowie für Fachkräfte und Netzwerkpartner sein.
Eine Demenzerkrankung in jüngeren Jahren stellt Betroffene und ihre Familien vor besondere Herausforderungen. Sie tritt häufig in einer Lebensphase auf, die von Beruf, Familie und aktiver gesellschaftlicher Teilhabe geprägt ist. Fragen zur beruflichen und finanziellen Zukunft, zur Partnerschaft, zur Betreuung der Kinder und zum sozialen Leben gewinnen plötzlich mehr an Bedeutung. Zugleich fehlen bislang vielfach geeignete und auf diese Altersgruppe und deren Lebenssituation zugeschnittene Unterstützungsangebote.
Die Fachstelle knüpft an die Erfahrungen und Erkenntnisse aus der bisherigen Arbeit im Themenfeld Junge Demenz an, insbesondere aus dem Projekt „JaDe – Unterstützung für jung an Demenz erkrankte Menschen und ihre An- und Zugehörigen“. Sie bündelt vorhandenes Wissen, macht bestehende Unterstützungsangebote sichtbar und vernetzt Akteurinnen und Akteure in Nordrhein-Westfalen. Mit dem Projekt JaDe Bund, das in Kooperation mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft umgesetzt wird, wird dieser Ansatz auch auf die Bundesebene ausgeweitet. Die Bekanntgabe hierzu erfolgt im Rahmen des Alzheimer Kongresses im Oktober in Magdeburg. Ziel ist es, bestehende Angebote besser miteinander zu verknüpfen, Versorgungslücken sichtbar zu machen und gemeinsam neue, bedarfsgerechte Unterstützungsangebote anzustoßen.
„Vielleicht können wir Partner motivieren, die noch gar nicht wissen, dass sie Partner sind“, beschreibt Angelika Hörter, Leiterin der Geschäftsstelle, einen zentralen Gedanken der Fachstelle. Gemeint sind Fachkräfte und Organisationen, die mit ihren Angeboten einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung von Menschen mit Demenz in jüngeren Jahren und ihren Familien leisten können. Aber auch z.B. Arbeitgeber, die sich vorstellen können, einem betroffenen Mitarbeiter eine Perspektive zu bieten.
Die Herausforderungen, die eine Demenzerkrankung in jüngeren Jahren mit sich bringt, reichen weit über die klassischen Versorgungsstrukturen hinaus. Junge Demenz betrifft nicht nur das Gesundheits- und Sozialwesen, sondern ebenso die Arbeitswelt und die Gesellschaft. Wenn Betroffene ihre Erwerbstätigkeit reduzieren oder aufgeben müssen und Angehörige aufgrund der Betreuung weniger arbeiten können, hat dies auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen.
Umso wichtiger sind Aufklärung und Sensibilisierung sowie der Abbau von Vorurteilen und Stigmatisierung. Die Fachstelle wird deshalb NRW- und bundesweit gemeinsam mit Betroffenen, An- und Zugehörigen sowie Fachleuten genauer in den Blick nehmen, was Menschen mit Demenz in
jüngeren Jahren und ihre Familien brauchen, wie passende Strukturen geschaffen werden können und damit eine wirksame Verbesserung in der Versorgung dieser Zielgruppe umgesetzt werden kann/stattfinden kann.
